Fit im Büro: 4 Gründe warum Bewegung hilft, konzentrierter und produktiver zu arbeiten

13.03.2020

Produktiv und effizient zu arbeiten bringt einen nicht nur voran, sondern hinterlässt auch ein positives Gefühl, egal ob man selbstständig tätig ist oder sich im Angestelltenverhältnis befindet. Die Anforderungen in der Berufswelt steigen und die sitzenden Tätigkeiten nehmen zu. Um trotzdem gesund und leistungsfähig zu bleiben und auch über die nötige Motivation und Konzentration für den Job zu verfügen, ist es wichtig, sich die bestmöglichen Arbeitsbedingungen schaffen. Das Stichwort ist Abwechslung. Nicht nur die Gelenke, Bänder und Muskeln lieben unterschiedliche Reize, sondern auch das Gehirn braucht Herausforderungen. Die Gehirnstruktur ist nämlich nicht wie früher angenommen statisch, sondern verändert sich je nach Beanspruchung.

 

IN A NUTSHELL: 

  • Bewegung regt den Kreislauf an und aktiviert den Blutfluss, was die Sauerstoffsättigung des Gehirns verbessert. 
  • Durch Bewegung werden Botenstoffe ausgeschüttet. Das steigert die Motivation, ebenso wie die Leistungsfähigkeit. 
  • Koordinative Bewegungen fördern die Vernetzung beider Gehirnhälften und steigern die effizient von Denkprozessen. 
  • Feinmotorische Bewegungen steigern durch Stimulierung der Hirnrinde die Gehirnleistung zusätzlich. 

 

Für diejenigen, die es genau wissen wollen: 

 

1. Verbesserte Durchblutung durch kreislaufanregende Übungen

Unser Gehirn braucht Sauerstoff, um effektiv arbeiten zu können. Eine gute Durchblutung des Gehirns ist daher wichtig für unsere geistige Fitness. Mithilfe von Bewegung lässt sich der Kreislauf anregen, der Blutfluss wird aktiviert und die Sauerstoffsättigung des Gehirns verbessert. Durch die verbesserte Durchblutung wird das Gehirn optimal mit Nährstoffen versorgt. Zusätzlich werden durch Aktivierung der regionalen Durchblutung im Gehirn vermehrt Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, die zu Neubildung von Neuronen und Synapsen führen. In einer Untersuchung konnte beobachtet werden, dass schon geringe Belastungsstufen wie 25 Watt am Ergometer signifikante Durchblutungssteigerungen in verschiedenen Gehirnabschnitten um bis zu 20 % zur Folge haben.  

 

Praxistipp: 3×20 Kniebeugen je 30 Sekunden Pause

 

2. Ausschüttung von Botenstoffen mittels Bewegung

Durch Bewegung wird die Ausschüttung von Botenstoffen wie Dopamin, Serotonin, Endorphin und diversen Wachstumsfaktoren angeregt. Serotonin und Endorphin sind besser bekannt als Glückshormone, wohingegen Dopamin unsere Motivation und unseren Antrieb positiv beeinflusst. Die ausgeschütteten Hormone sorgen daher für bessere Stimmung, erhöhen die Motivation und machen generell leistungsfähiger. Mit den ausgeschütteten Wachstumshormonen wird die Bildung neuer Nervenzellen sowie Gefäßzellen angeregt, was wiederum zu einer besseren Versorgung des Gehirns und einer höheren Produktivität führt. Bewegung unterstützt den Körper außerdem nicht nur dabei Stresshormone zu reduzieren und abzubauen, sondern verringert auch die allgemeine Stresssensitivität.

 

Praxistipp: So oft wie möglich im Alltag die Treppe benutzen anstatt mit dem Lift zu fahren

 

3. Effizientere Vernetzung beider Gehirnhälften durch koordinative Bewegungen

Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für Faktenwissen, Details, Reihenfolge, exaktes Rechnen, wortgetreue Sprache, Grammatik, usw. Die rechte Gehirnhälfte ist wiederum Spezialist für ganzheitliche Verarbeitung von Informationen, räumliche Wahrnehmung, kontextabhängige Spracherkennung. Sie arbeitet mit Bildern, Rhythmen, Melodien, Farbe, Vorstellungen, Emotionen und Intuition.

Beide Gehirnhälften steuern die jeweils andere Körperhälfte. Ein rascher Austausch zwischen linker und rechter Gehirnhälfte ist besonders im Alltag wichtig, da diese Bewegungen häufig vorkommen. Je besser die beiden Gehirnhälften vernetzt sind, desto effizienter und ökonomischer werden Bewegungen und Denkprozesse verarbeitet. Führt man zum Beispiel im Wechsel einmal die rechte Hand zum linken Knie und einmal die linke Hand zum rechten Knie, werden die zwei Gehirnhälften zur Zusammenarbeit animiert. Je öfter man diese Art der Bewegung durchführt, desto besser wird die körperliche Koordination insgesamt, was sich positiv auf Balance, schnelles Denken und leichtes Lernen auswirkt. Einige Studien konnten zeigen, dass schon kleine Trainingseinheiten gute Effekte haben. Möchte man einen längerfristigen Effekt erzielen, sollte auf regelmäßiger Basis (ungefähr 3 Mal wöchentlich) circa 20 Minuten trainiert werden. Die Vermutung liegt nahe, dass durch koordinatives Training das Gehirn besser und effizienter genutzt werden kann und somit schneller richtige Arbeitsansätze gewählt werden.

 

Praxistipp: Koordinative Übungen wie Jonglieren oder Gleichgewichtstraining (Sitzen auf einem Gymnastikball oder UPis1)

 

4. Steigerung der Gehirnleistung durch feinmotorische Bewegungen

Gezielte feinmotorische Bewegungen, vor allem mit Fingern, Händen, Zehen und Füßen wirken sich besonders gut auf die Denkleistung aus. Auch Bewegungen des Mundes und der Augenmuskeln wirken stimulierend auf die Hirnrinde. Diese Körperbereiche verfügen über eine besonders hohe Rezeptorendichte. Sichtbar wird das, wenn man versucht zwei Punkte getrennt voneinander wahrzunehmen. Auf der Fingerkuppe ist das deutlich einfacher als zum Beispiel am Rücken. Das kommt auch daher, dass diese Bereiche eine größere Repräsentation im Gehirn haben. Dadurch können diese feinen Bewegungen die Gehirnleistung sogar um 20% erhöhen.

 

Praxistipp: Geschicklichkeitsübungen mit den Fingern z.B. mit Qi-Gong-Kugeln

 

Auch abseits des Arbeitsplatzes ist es förderlich, ausgleichende Sportarten an der frischen Luft zu machen. Man sollte in erster Linie eine Sportart wählen, die einem Spaß macht, wie zum Beispiel Yoga, Wandern, Radfahren etc. Ein Spaziergang an der frischen Luft im normalen Schritttempo auf ebenen Wegen erhöht zum Beispiel die Durchblutung des Gehirns um 14% (Zadrobilek 2018:14). Außerdem wirkt es entspannend, sorgt für neue Bewegungsreize und hilft dabei, Abstand vom stressigen Arbeitsalltag zu bekommen.

 

Gastautorin Susanne Scheuch

Unsere Gastautorin Susanne Scheuch, auch bekannt unter Physionista, ist eine Influencerin und Physiotherapeutin, die auf ihrem Blog hilfreiche Tipps rund um das Thema Gesundheit und Bewegung gibt. 

Ihre berufliche Erfahrung als Physiotherapeutin – mit Diagnosen aus dem traumatischen, orthopädischen und neurologischen Bereich – machen sie zur Expertin, wenn es um Prävention geht. Dieses Fachwissen kombiniert sie mit Ihrer persönlichen Erfahrung um ihren Lesern hilfreiche und fundierte Tipps rund um Prävention im Alltag zu geben.

Für sie ist dabei das wichtigste, Menschen dabei zu unterstützen, neugierig zu bleiben und ihre eigenen Bedürfnisse kennenzulernen, damit sie nach diesen leben können.

 

 

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